Ein Falbe für alle Fälle

Ganz schön vielseitig so ein Norweger

(Erzählt aus der Sicht eines Pferdemädchenazubis)


Fjordpferde haben ein gutmütiges ausgeglichenes Wesen und zeigen hohe Leistungsbereitschaft. Das macht die Norweger zu einer der vielseitigsten Pferderassen überhaupt. Es ist ein beliebtes Freizeit-, aber auch Familienpony. Es soll sogar Fjordis geben, die gerne mal Sport treiben, auch wenn ihnen durch den Körperbau Grenzen gesetzt sind.


In der Regel kauft man sich wohl einen Norweger, wie das Fjordpferd auch genannt wird, als klassisches Freizeitpferd. Warum auch nicht? So ein gemütlicher Ausritt hat doch was. Davon träume ich sogar selbst! Aber auch im Gelände kann man sich auf den Norweger verlassen und fleißig ist er dort auch. Hier gibt es sogar mehrere Möglichkeiten für und mit Fjordis: Orientierungsritte, Sternritte oder auch Wanderritte sind problemlos möglich. (Was Sternritte sind, muss ich mal recherchieren. Das klingt romantisch!) Jedenfalls beweist der Norweger hier viel Ausdauer. Liegen sie anfangs vielleicht hinten, haben sie am zweiten oder dritten Tag immer noch genug Puste und führen die Gruppe mitunter dann sogar an.


In der Dressur lernt das Fjordpferd aber auch so Einiges. Für eine olympische Goldmedaille reicht es wohl nicht, aber Prüfungen in den unteren Klassen sind durchaus möglich. Dressurreiten gehört ohnehin zur Grundausbildung.


Da geht das Pferd aber ganz schön durch


Mehr Action gibt es dann schon beim Springen. Die meisten Fjordpferde haben viel Spaß daran und sind sehr geschickt dabei. Davon konnte ich mich schon selbst überzeugen. Es war sehr faszinierend zu beobachten, wie die trächtige Fjordstute wie eine Rakete gesprungen ist! Man kann wirklich sagen, dass sprichwörtlich das Pferd mit ihr durchgegangen ist.


Yee-haw


Du hast schon immer davon geträumt, ein Cowgirl oder Cowboy zu sein? Kein Problem, auch diesen Traum kannst Du Dir mit einem Norweger erfüllen. Ihr wisst es sicher schon, aber dafür gibt es sogar spezielle Westernsattel.


Was für ein Zirkus


Die Norweger haben eine schnelle Auffassungsgabe und sind sehr lernwillig. Daher ist es durchaus möglich, ihnen die eine oder andere Zirkuslektion beizubringen, wie zum Beispiel die Ziege auf dem Podest.



Sag‘ mal, wo kommst Du denn her?


Aus Norwegen bitte sehr. Wer jetzt ein bestimmtes Lied im Kopf hat, keine Sorge: Ihr seid damit nicht allein!

Die felsige Landschaft Norwegens ist bekannt für seine Fjorde. Daher hat das Fjordpferd auch seinen Namen. Es stammt wohl von den Pferden der Wikinger ab und ist noch sehr ursprünglich.


Ja, wie siehst Du denn aus?


Sehr auffällig sind die zweifarbige Mähne und der Aalstrich. Dass die Fjordis diesen

St. Nikolaus zu verdanken haben, wissen wir ja inzwischen. Interessant ist aber, dass dieser im Schopf beginnt und sich durch die zweifarbige Mähne über den Rücken bis in den Schweif fortsetzt.

Fjordpferde sind Falben in verschiedenen Farbvarianten. Ich habe mich auf den Weg bis nach Österreich in die Steiermark gemacht, um mich selbst davon zu überzeugen. Und es gibt sie tatsächlich in Braun, Grau, Weiß, Gelb und Rot. Das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Typisch sind auch die Zebrastreifen an den Beinen, wobei diese mal mehr und mal weniger ausgeprägt sind.


Besonders süß finde ich ja auch die Mehlschnuten der Fjordpferde. Pferdeschnuten sind sowieso süß, wenn die aber noch so aussehen, als hätten die Pferde ihre Nase in ein Mehlfass gesteckt, dann bin ich ganz hin und weg!


Fjordis sind etwa 135 cm bis 150 cm groß und sollen durchschnittlich 375 kg wiegen. Allerdings habe ich mich nicht getraut, eines zu bitten, mal für mich auf die Waage zu steigen. Das wäre wohl auch ziemlich unhöflich gewesen.


Wir fahren Fjord

Wie bitte was? Fjord fahren? Wie geht das denn?


Aus einem Versprecher wird eine Überschrift und ich habe wieder etwas über Fjordpferde dazu gelernt. Eigentlich wollte ich seinerzeit sagen: „Ach, Du fährst auch …. (bekannte Automarke) und heraus kam „Ach, Du fährst auch Fjord?“ Witzigerweise können Fjordpferde tatsächlich fahren – sogar bis zur Weltmeisterschaft. Zur Vielseitigkeit des Fjordpferdes gehört es nämlich auch, sich ins Geschirr zu legen.


In Norwegen waren sie die Vorgänger des heutigen Bus- und Bahnverkehrs (Nostalgie lässt grüßen). Ich habe gelesen, dass dort noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Fjordis als Zugtiere genutzt wurden.


Heute ist das Fahren hauptsächlich eine Sport- und Freizeitbeschäftigung. Fjordis sind vor die Kutsche gespannt sehr zuverlässig und verkehrssicher. Aber auch hier geht natürlich nichts ohne eine vernünftige Ausbildung.


Mein Lernpferd Hudini ist übrigens auch

ein Fjordi, ein Weißfalbe und wirklich ein

hübscher Bub. Und so ein Lieber dazu.

Leider kann ich ihn zurzeit nicht besuchen.

Deswegen erzähle ich Euch ein anderes

Mal mehr von Hudini.

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